War die DDR ein Einparteienstaat?

Das kommt auf die Sichtweise an.

Tatsächlich gab es in der DDR mehrere Parteien, die jeweils mit festgelegten Mandatszahlen in der Volkskammer vertreten waren:

  • Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED): 127 Sitze
  • Christlich-Demokratische Union (CDU): 52 Sitze
  • National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD): 52 Sitze
  • Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD): 52 Sitze
  • Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD): 52 Sitze

Hinzu kamen noch über 150 Abgeordnete verschiedener Organisationen (Gewerkschaften, FDJ etc.).

Theoretisch erlaubten die Wahlgesetze der DDR auch die Aufstellung konkurrierender Wahlvorschläge, auf die die Sitze dann nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen verteilt worden wären – wie in einem demokratischen Staat. Tatsächlich waren die Parteien aber vollständig der SED unterworfen und sorgten lediglich für einen Scheinpluralismus. Es wurde grundsätzlich nur ein gemeinsamer Wahlvorschlag aller Parteien aufgestellt, in den die Kandidaten im oben beschriebenen Verhältnis aufgenommen wurden. Daher wurden sie auch als „Blockparteien“ bezeichnet.

Der Grund, warum man andere Parteien zuließ, lag möglicherweise darin, dass man sich vom „echten Einparteienstaat“ NS-Regime abgrenzen wollte.

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